Wer ist eigentlich Suzie Wong?

Jan 19, 2018
Jing Xiang posiert im selbstgedrehten Musikvideo„Guter Ausländer- Blumio feat. Eko Fresh“

Sechs Monate nach dem Asian Film Festival Berlin stellen junge Filmemacher*innen die Ergebnisse eines Drehbuchworkshops zu asiatischen und asiatisch-diasporischen Geschichten vor.

Im Rahmen des Asian Film Festival Berlin (AFFB) im Oktober des letzten Jahres gab es neben Screenings von Filmen über asiatische und asiatisch-diasporische Geschichten auch einen Drehbuch- und darauf aufbauenden Filmworkshop. Die aus diesen Workshops entstandenen sechs Kurzfilme wurden nun – ein halbes Jahr später – unter der Veranstaltungsüberschrift „Who the f*** is Suzie Wong?“ in Kooperation von korientation e.V. mit der akademie der autodidakten im Ballhaus Naunynstraße erstvorgeführt.

Suzie Wong: Das Emblem der unterwürfigen sexuell verfügbaren asiatischen Frau

Der Name „Suzie Wong“ nimmt dabei Bezug auf die problematische Romanverfilmung „Die Welt der Suzie Wong“ aus den 60ern, die von einer Liebesbeziehung in Hong Kong zwischen einem Amerikaner und einer einheimischen Prostituierten handelt. „Der Film ist mit Sexismen und Rassismen überladen. Die Figur Suzie Wong ist als Emblem der unterwürfigen, sexuell verfügbaren asiatischen Frau aufgestiegen und ist noch heute eine Wunschvorstellung von weißen Männern bzw. einer weiß-dominierten Gesellschaft“, erzählt Sun-ju Choi, die Vorstandsvorsitzende des asiatisch-deutschen Vereins korientation e.V. Weitere (Post-)migrantische Vereine, beklagen außerdem, dass in der medialen Landschaft in Deutschland nicht-weiße* Menschen weiterhin massiv unter- und falsch repräsentiert werden. Die Workshops gaben somit insgesamt zehn Filmemacher*innen die filmischen Mittel, um über asiatisch-deutsche Realitäten aus asiatisch-deutscher Perspektive zu erzählen.

„Wenn se Fragen haben, können se die gerne bei mir loswerden“

Einer des unterhaltsamsten Kurzfilme war dabei das neu interpretierte Musikvideo von Jing Xiang, Anna Xian und Carmen Zehentmeier zum Lied „Guter Ausländer“ von den Rappern Eko Fresh und Blumio. In viereinhalb Minuten nehmen Jing, Anna und Carmen dabei die gesamte Integrationsdebatte auf die Schippe und ziehen auch noch Genderrollen ordentlich durch den Kakao. Auf die Frage, was Zuschauer*innen unbedingt aus ihrem Werk mitnehmen sollten, sagt Jing Xiang: „Ich will, dass sie unvorbereitet sich dat Ding anschauen und wenn se Fragen haben, können se die gerne bei mir loswerden.“

Text: Esra Karakaya

Bilder: © Jing Xiang aus „Guter Ausländer- Blumio feat. Eko Fresh

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