Wie klingt der Frühling? ALEX beim Primavera Sound 2018

Mai 30, 2018
Madlen, Vivi und Eric sind schon in Primavera-Stimmung und machen sich bereits für's große Festival

Unser Team mischt zur Abwechslung nicht Berlin sondern Barcelona auf und macht sich für euch auf die Suche nach DEM Sound des Frühlings 2018.

Madlen, Eric und Vivian von ALEX Berlin wollen es wissen: Wie klingt der Frühling (bei den aktuellen Temperaturen eher Hochsommer) 2018? Wo ließe sich das besser herausfinden als auf dem Primavera Sound Festival vom 30.05.-03.06. im Parc Del Forum in Barcelona? Das ALEX-Dream-Team begibt sich auf Frühjahrsexpedition rund um Sounds und Looks, Kunst und Urban Culture. Von Interviews zu Oneshots, von underground Trends zu big Names. Beim Festival-Rundgang lassen die drei keine Möglicheit aus, den heißesten Scheiß des Jahres für euch klarzumachen. Und dann stellt sich natürlich noch die Frage: Primavera oder Lollapalooza? Kann Berlin in puncto Großstadtfestival Barcelona das Wasser reichen?

Eric, Madlen und Viki machen sich auf den Weg von Berlin nach Barcelona zum Primavera Sound.

Eric, Madlen und Viki machen sich auf den Weg von Berlin nach Barcelona zum Primavera Sound.

UPDATE: So war das Primavera Sound Festival in Barcelona

Das Team von Alex Berlin hat die 2 ½ stündige Reise auf sich genommen, um vor Ort zu erleben, wie Festival-Kultur in der Millionenmetropole Barcelona geht. Und die geht ziemlich gut. Vom 30.05.-03.06. zieht es rund 200.000 Indiebegeisterte in den Parc del Fòrum am Stadtstrand Barcelonas, wo das Primavera Sound bereits in die 18. Runde geht. Dabei haben sich die Besucher*innenzahlen seit dem Start 2001 ver-25-facht (!). Trotz dieses Wachstums auf ein Riesenfestival mit einem Gelände von 14 Hektar mit 14 Bühnen, wird alles geboten, was das Independent Herz begehrt und ist dabei auch noch ziemlich gut organisiert. Das erweckt schnell den Eindruck, als könne sich der Berliner Ableger des Lollapalooza eine kleine Scheibe davon abschneiden. Und schaut man auf das Lineup, kann einem vor Freude fast schwindelig werden:

Zu den musikolossalen Headlinern, den  Arctic Monkeys, Björk und Nick Cave, gesellen sich außerdem Größen wie A$AP Rocky, Tyler, The Creator, Lykke Li, Haim, The War On Drugs, Father John Misty, Warpaint, Spaniens homemade Hinds und viele, viele weitere hinzu. Neben den größten Größen der internationalen Independent-Szene bietet das Primavera Sound auch kleineren und vor allem lokalen Bands eine Plattform für ihre Musik.

Braucht man mal eine Pause von der frühlingshaften Beschallung, ist für das leibliche Wohl gesorgt: Auf einem Foodcourt hinter dem Haupteingang, dessen Fläche einem halben Fußballfeld gleicht, gibt es neben der für Barcelona typischen Paella eine Vielzahl an katalanischen, spanischen und internationalen Köstlichkeiten zu probieren. Dazu trinkt man am besten Aperol Spritz– das ultimative Trend-Getränk des Primavera Sounds. Daher steht man auch gerne für die Dauer eines gesamten Konzerts an, um in den Genuss des italienischen Aperitifs zu kommen.

Und nicht zu vergessen: Auch das Auge isst mit. Das Publikum ist jung, dynamisch und sehr „aposto“ (gutaussehend), wie es auf Katalanisch heißt. Die Mischung aus Skate- und Streetwear, sowie den typischen Grunge Accessoires der 90er, wie dem blumigen Trägerkleid oder der Jeansjacke, dazu Docs (oder wer mal etwas kreativer sein möchte: Sneakers) scheint in der Indiewelt einfach niemals aus der Mode zu kommen. Allerdings findet man sich hier auch scheinbar über Bekleidungscodes als Gruppe zusammen- Zutritt nur für bereits zugelassene Mitglieder. Wer auf dem Primavera neue Freunde finden möchte ist auf dem falschen Festival, hier bleibt man als Clique lieber unter sich.

Das wichtigste Festivalutensil auch beim Primavera: Die Bauchtasche!

Das wichtigste Festivalutensil auch beim Primavera: Die Bauchtasche!

It's a match!

It’s a match!

Ein bisschen Glitzer-Glitzer darf auch beim Primavera Sound nicht fehlen.

Ein bisschen Glitzer-Glitzer darf auch beim Primavera Sound nicht fehlen.

Hat man sich satt gehört, gesehen und gegessen, lässt sich mit einem kleinen Spaziergang durch die kleine Merch-Gasse vor dem Foodcourt etwas Abwechslung in den Festival-Alltag bringen. Die Stimmung ist locker, die Betreuer*innen der einzelnen Stände alle zu einem netten Plausch aufgelegt. Sind alle vorherigen Punkte auf der im Vorfeld akribisch geplanten Festival-Agenda abgehakt, wird es vermutlich schon dunkel. Entweder man genießt den Sonnenuntergang auf einer Anhöhe vor der Apple Music Stage mit den letzten Sonnenstrahlen im Rücken, oder man macht sich über eine Stahlträgerbrücke schon mal auf den Weg zum Primavera Bits. Wenn die Konzerte um 03:00h enden, spielt nämlich hier die Musik und das bis in die frühen Morgenstunden.

Madlen ist schon auf dem Weg zur Indie-Disko-Stage.

Madlen ist schon auf dem Weg zur Indie-Disco-Stage.

Dass das Primavera Sound einen gewissen Charme versprüht ist nicht zu verkennen. Dafür sorgen vor allem das großartige Lineup und die wirklich aufregende Location mit Blick auf Meer und Industriepark, mitten in der Stadt und hervorragend angebunden. Auch die Organisation muss an dieser Stelle gelobt werden, das Festival ist genauestens geplant und sorgfältig durchgeführt, es gibt keine Verzögerungen und das gesamte Personal pflegt einen überaus höflichen und professionellen Umgang mit den Besucher*innen.

Das Programm ist vielversprechend, jedoch bringt keines der besuchten Konzerte die Menge wirklich zum Kochen- sie ist einfach da und observiert. Etwas mehr Euphorie hätte dem Festival gut getan. Einen Besuch ist es trotzdem allemal wert. Falls ihr dem Frühling trotz Hochsommer schon nachtrauert, könnt ihr an dieser Stelle noch einmal kurz visuell und klanglich abtauchen, mit einem kleinen, feinen Festivalfeature und einer post-listening Primavera Playlist.

 

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