Rhabarbarschorle und Musik von morgen: Torstraßenfestival

Jun 15, 2018
Auch Project Mooncircle ist beim Independet Label Market vertreten.

Wenn bunte Wimpel Mitte verzieren und fashionable Youngster durch die Torstraße flanieren, dann kann das nur heißen, dass es endlich wieder Zeit ist, beim Torstraßenfestival und Independent Label Market neue Musik und coole Locations zu entdecken.

Sonntagmittag im Juni am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin. Der Tag ist schwül, die Luft ist drückend, doch das scheint auf die Besucher*innen in den Vorhallen der Berliner Volksbühne, eines der ältesten Theater der Stadt, keinen großen Einfluss zu haben. Die Stimmung ist ausgelassen. Schließlich ist wieder Torstraßenfestival. Das heißt auch: „Super Sunday“ mit dem Torstraßenfestival-typischen träumerischen Synth-Pop auf der Volksbühne und dem zum zweiten Mal stattfindenden Independent Label Market in eben jenen Vorhallen. Also der feuchte Traum aller Jutebeutelträger*innen mit gutem Musikgeschmack.

Das wahrscheinlich angesagteste und vor allem vielseitigste Event für Berliner Newcomer in Sachen Indie- und Popmusik hat sich seit 2011 zu einer Institution der hauptstädtischen Musikszene herausgebildet, das jeden zweiten Samstag im Juni Popbegeisterte und neugierige Musiknerds in Scharen in Mittes Cafés, Bars und kleine Clubs zieht. Der Sonntag, oder Super Sunday, versammelt, wie der Name schon sagt, die Künstler*innen, die mittlerweile sogar ein bisschen zu groß geworden sind für die kleinen Bühnen des St. Oberholz oder der Gaststätte W. Prassnik, aber genau diese kleinen Bühnen noch vor ein-zwei Jahren als Sprungbrett genutzt haben, wie der australische Popstar Alex Cameron und sein „Businesspartner“ Roy Molloy.

Das besondere dieses Jahr: Der Label-Market

Beim ersten Mal noch etwas kleiner, sind dieses Jahr eine ganze Vielzahl an kleinen und größeren Musiklabels, Verlagen und Magazinen aus Berlin und ganz Europa vertreten. Unterstützt werden die Veranstalter*innen durch den bereits etablierteren Independent Label Market aus in London.

Im Zwielicht der holzvertäfelten Räume gibt viel zu sehen und vor allem zu hören. Der Eintritt ist frei und die Besucher*innen können sich bei erfrischenden Getränken einen Nachmittag lang durch die Musik des Berlins von morgen hören. Viele der Labels sind mit Vinyl und Plattenspieler im Gepäck angereist, für das ultimative Hörerlebnis. An jedem der Stände wird man herzlich empfangen, die Säle sind erfüllt von Musik und spannenden Gesprächen über Musik. Über die Grenzen verschiedenster Genres hinaus wird hier viel Interessantes präsentiert.

 

Das Label Klangwirkstoff präsentiert sich und seine Musik beim Independent Label Market auf dem Torstraßenfestival.

Das Label Klangwirkstoff präsentiert sich und seine Musik beim Independent Label Market auf dem Torstraßenfestival.

Besucherin des Independent Label Marktes in der Volksbühne Berlin beim Torstraßenfestival 2018

Besucherin des Independent Label Marktes in der Volksbühne Berlin beim Torstraßenfestival 2018

Experimental, Techno und Noise gibt's beim Label Instrument of Discipline.

Experimental, Techno und Noise gibt’s beim Label Instrument of Discipline.

Doch der Independent Label Market dient nicht nur dem Entdecken neuer Musik. Die Künstler*innen, welche am Samstag auf und um die Torstraße herum aufgetreten sind, können hier netzwerken. Es ist eine Schnittstelle sowohl für Musiker*innen, Booker*innen und Labels als auch für die Labels untereinander, welche sich begeistert austauschen. Abwechslung bieten außerdem eine Reihe verschiedener Vorträge sowie ein Modular Synth Workshop oder auch die Stände von Magazinen und Illustrator*innen. Ein erfolgreiches und spannendes Format, das für Musikbegeisterte eine passende Ergänzung zum Konzerttrubel bietet. Bleibt nur zu hoffen, dass das Jahr bis zum nächsten Torstraßenfestival möglichst schnell vergeht.

 

Auch Talks gibt es beim Torstraßenfestival und dem Independent Label Market

Auch Talks gibt es beim Torstraßenfestival und dem Independent Label Market

Probehören beim Stand von Mechatronica.

Probehören beim Stand von Mechatronica.

Text: Vivian Ronge

Fotos: Christin Öhler

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