Don’t hide your pride! Der digitale CSD 2020 bei ALEX

Jul 15, 2020
Der digitale CSD bei ALEX Berlin, Mann mit Kamera und Pride Fahne

ALEX Berlin bringt den Christopher Street Day 2020 live zu euch nach Hause! Wir übertragen den digitalen CSD am 25. Juli von 14-23 Uhr im TV und online.

Es gehört bei ALEX ja schon fast zur Tradition, die Abschlusskundgebung des CSD Berlin zu übertragen. Im letzten Jahr feierten wir zusammen mit 1 Million Menschen am Brandenburger Tor und setzten gemeinsam ein Zeichen gegen Diskriminierung und für Liebe und Gleichberechtigung. Wie ihr euch vorstellen könnt, wird das in diesem Jahr nicht möglich sein – zumindest nicht in dieser Form. Also kommt der digitale CSD dieses Jahr zu euch! Wir möchten zusammen mit dem CSD Berlin und euch ein Zeichen setzen und für Gleichberechtigung demonstrieren. Der CSD ist eine politische Veranstaltung, dementsprechend werden die politischen und gesellschaftlichen Inhalte im Vordergrund der Veranstaltung stehen.

Wie in jedem Jahr, könnt ihr euch auch 2020 auf großartige musikalische Acts freuen. Also hängt die Pride Fahne am besten jetzt schon aus dem Fenster, denn der digitale CSD hat dieses Jahr das Motto: „Don’t hide your pride: Sichtbarkeit – hier und weltweit“.

Mehr Toleranz und Liebe: Tom und Uni aus der ALEX Crew beim CSD 2019

Doch was passiert genau beider diesjährigen Veranstaltung… ?

Wir haben mit Jasmin Semken aus dem Berliner CSD-Vorstand gesprochen.

ALEX: Liebe Jasmin, was ist dieses Jahr anders beim digitalen CSD?

Jasmin: Alles! Das, was wir in diesem Jahr machen, hat noch niemand vor uns gemacht. Einen digitalen CSD. Wir wollten nicht einfach „nur“ absagen und haben uns deshalb entschlossen, am bekannten Datum einen CSD virtuell statt finden zu lassen. Durch die Lockerungen wird es aber analoge, reale Elemente geben.

Normalerweise gibt es zum CSD einen riesigen Umzug durch die halbe Stadt. Wie können sich die Initiativen dieses Jahr auch ohne Umzugswagen zeigen?

Wir rufen seit langem dazu auf, uns Videos einzusenden, die einzelne Personen, Initiativen und Organisationen bei uns einsenden und zeigen können. Es wird viele politische Inhalte geben, unsere Forderungen werden ein zentrales Thema sein, aber auch Musik. Sichtbarkeit wollen wir auch über unsere Pride-Päckchen erreichen. Damit wird es rund 1200 mal möglich sein, Balkone o.ä. zu schmücken und laut und sichtbar zu sein. Es gibt zudem einen Webshop, wo diverse Artikel mit unserem diesjährigen Logo bestellt werden könne. Beides wird sehr gut angenommen!

Welche Organisationen werden dabei sein?

Viele. Ich kann sie nicht abschließend aufzählen, damit ich niemanden vergesse und auch, weil noch nicht finaler Einsendeschluss ist. Es wird in jedem Falle sehr bunt und sehr politisch!

Was steckt hinter dem Motto „Don’t hide your pride: Sichtbarkeit – hier und weltweit?“

Es konnten in diesem Jahr Mottovorschläge online eingereicht werden. Diese haben wir, ebenfalls online, zur Wahl gestellt. Es gab eine sehr hohe Beteiligung und das genannte Motto hat gewonnen. Ich finde, zu Recht gewonnen, denn es bildet ab, was wichtig ist: Sichtbar sein und bleiben, auch wenn der Ton rauer wird und es sogar gefährlich sein kann.

Der digitale CSD hat das Motto „Don’t Hide Your Pride“

Der digitale CSD findet dieses Jahr an verschiedenen Orten in der Stadt statt, die dann über Live-Schaltungen zusammengeführt werden. Was passiert an den unterschiedlichen Schauplätzen und wo sind diese?

Die genauen Orte kann ich leider nicht bekanntgeben, damit es dort coronakonform zugeht. Das mussten wir den Behörden auch zusichern. Es wird Reden geben, ein kleines Konzert, Demonstration für Solidarität mit unseren Freund_innen in Osteuropa, ein lokales „Happening“ in „unserem Kiez“. Also für viel Abwechslung und Berlin-Gefühl wird gesorgt sein!

Auf welche Gäst*innen oder Musiker*innen freut ihr euch dieses Jahr besonders?

Alle angefragten Künstler*innen haben uns gern zugesagt. Wir freuen uns, ihnen eine Auftrittsmöglichkeit geben zu können, die hoffentlich viel beachtet sein wird. Ich freue mich sehr darüber, dass Ralph Morgenstern einer unserer Moderator*innen sein wird. Die Verleihung unserer Soul of Stonewall Awards wird ein weiteres Highlight sein. So, wie alle Künstler*innen, die auftreten Highlights sein werden! Wer genau, wird noch nicht abschließend verraten, erscheint aber nach und nach auf unserer Homepage und Social Media. Besonders schön finde ich auch, dass der regierende Bürgermeister Herr Müller sich die Zeit genommen hat, eine Grußbotschaft aufzunehmen.

Wie kann ich trotzdem beim CSD live dabei sein, feiern und tanzen und Liebe verbreiten?

Schmücke deinen Außenbereich mit den Inhalten unseres Pride- Päckchens! Geh in den Kiez und besuche unsere Wirt*innen, die Umsatz brauchen. Feiere mit beim Public Viewing bei AHA. Es wird auch mehrere Orte geben, die unseren CSD im TV laufen haben! Und: liebe das Leben!

Was macht ihr nach dem 25. Juli? Erstmal wohlverdienten Urlaub?

Also erstmal verschnaufen sicherlich. Aber nach dem CSD ist immer auch vor dem CSD… Wir werden Rückmeldungen zu diesem einmaligen Format sammeln und auswerten. Wir werden überlegen, was davon behalten werden kann. Es wurde in diesem Jahr oft gefordert. Weniger Party, weniger Trucks, mehr Politik. Damit werden wir uns ebenfalls auseinandersetzen. Wir werden unsere Mitgliedsversammlung im 3. Quartal vorbereiten und dann ist ja auch die Überlegung, kurzfristig noch eine reine Laufdemo durchzuführen nicht vom Tisch.

ALEX: Danke Jasmin für die Einblicke, wir freuen uns auf das Programm!

Der digitale CSD: Diese Vereine und Projekte solltet ihr nicht verpassen!

Damit ihr eine Vorstellung habt, welche Vereine und Organisationen sich u.a. beim CSD präsentieren und ihre Botschaften teilen werden, haben wir für euch fünf von ihnen herausgesucht. Schaut sie euch doch mal genauer an:

Berliner Aids-Hilfe e.V.
Im Jahr 1985 als gemeinnütziger Verein gegründet, informiert die Berliner Aids-Hilfe zu Übertragungswegen von HIV, Hepatitiden und anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen. Wer Hilfe benötigt, kann sie in den Beratungsstellen, per Telefon, in Justizvollzugsanstalten und im Rahmen der Jugendprävention (Youthwork) in Anspruch nehmen. Die Berliner Aids-Hilfe ist eine Selbsthilfeorganisation und unterstützt Menschen mit HIV /Aids, ihre An- und Zugehörigen in allen Lebensfragen, die sich im Rahmen der HIV-Erkrankung ergeben. Wer Fragen zu sozial- und arbeitsrechtlichen, wie auch zu medizinischen und psychosozialen Themen hat, kann jederzeit auf die Mitarbeiter*innen zugehen, um sich Hilfe zur Selbsthilfe geben zu lassen. Das komplette Beratungsangebot findet ihr hier…

A.I.D. Anlaufstelle Islam Diversity
,,Wir sind muslimisch, wir sind queer — Gott sei Dank!‘‘: A.I.D. ist ein in Berlin ansässiges Pilot- bzw. Leuchtturmprojekt, welches zeigen möchte, dass Islam und Diversität sich nicht ausschließen. Die Anlaufstelle in der Ibn Rushd – Goethe Moschee schafft eineen Raum für Austausch, Diskussion und Dialog mit relevanten Akteurinnen der LGBTIQ-Szene. Darüber hinaus werden Workshops und Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten. Das Besondere: Die Ibn Rushd – Goethe Moschee bietet so queeren Muslim*inne einen spirituellen Schutzraum an, in dem sie sich als gleichwertiger Teil ihrer Glaubensgemeinschaft fühlen können und in dem keine Diskrepanz zwischen sexueller Identität und Religiosität herrscht.

Hertha-Junxxx
Der Ball ist bunt! Der schwul-lesbische Fußballfancluub Hertha-Junxxx wurde im Jahr 2001 gegründet und ist seit 2002 offiziell als Fanclub von Hertha BSC registriert. So zog mehr Farbe in das Berliner Olympiastadion ein und der Club beweist wie kein anderer, dass Leidenschaft für Sport rein gar nichts damit zu tun hat, welches Geschlecht man hat oder wen man liebt. Sie machen eine riesige Gruppe an Fans sichtbar und tragen zu mehr Toleranz im Sport bei! Also besucht beim nächsten Hertha-Spiel doch mal ihren Block!

LIEBE WEN DU WILLST
LIEBE WEN DU WILLST ist eine, in Zusammenarbeit mit der Polizei Berlin und Vernetzung mit der Staatsanwaltschaft Berlin stehende, gemeinnützige Organisation zur Bekämpfung von Diskriminierung, Homophobie, Mobbing und Gewalt. Auf der Website könnt ihr Vorfälle melden und sie so sichtbar machen und euch Gehör verschaffen! Das könnt ihr online über ein Formular oder auch per WhatsApp, Instagram oder Facebook.

AHA Berlin e.V.
AHA steht für Allgemeine Homosexuelle Arbeitsgemeinschaft, die schon im Jahr 1974 gegründet wurde und bis heute ein sehr vielfältiges Programm, wie queere Vernetzungsabende, Slams, Comedy und Spielabende für die Community anbietet. Die AHA ist ein nichtkommerzielles Projekt, das Raum für Gruppen und Veranstaltungen sowie einen Anlaufpunkt für die queere Subkultur bietet. Es ist der ideale Ort, um sich auf vielfältige Weise selbst zu verwirklichen und neue Ideen in die queere Szene einzubringen. In der Berliner Monumentenstraße 13 könnt ihr euch in einem gemütlichen Straßencafé mit Kleinkunstbühne und Biergarten willkommen fühlen! Sebastian erklärt, was der Verein in seiner täglichen Arbeit leistet:

Also höchste Zeit für Vorfreude: Der digitale CSD 2020 kommt zu euch! #stayhome

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