4. BLNfilmfest – Interview mit Gründerin Sandra Polly Polchow

Im Interview erzählt Gründerin und Event-Organisatorin Sandra „Polly“ Polchow von der Entstehung, Entwicklung und Wirkung des Berlin Lesbian Non-Binary Filmfest.

Plakat für Plakat reiht sich aneinander beim nicht enden wollenden Treppenaufgang zum Sputnik, dem kleinen und feinen Indie-Kino am Südstern. Gemeinsam haben die Film-Plakate weibliche Hauptrollen und meist weibliche Regie. Lesbische, non-binäre, Trans*- und Interfilme gebündelt an einen Ort über das zweite Adventswochenende verteilt. Zum vierten Mal fand vom 2. – 5. Dezember 2021 das Berlin Lesbian Non-Binary Filmfest (BLNfilmfest) in der Kreuzberger Sputnik-Kinobar statt.

Das Filmfestival wurde im Jahre 2018 gegründet und fand im Dezember des selben Jahres zum ersten Mal statt. Neben dem jährlichen Festival organisiert das BLNfilmfest auch weitere Events, Talks, Panels und Freiluftkino-Abende. Momentan eher abhängig nach der pandemischen Lage. So fand das diesjährige BLNfilmfest nur mit gekürzten Programm statt.

Die Entstehung vom BLNfilmfest

Gründerin und Event-Organisatorin des BLNfilmfest, Sandra „Polly“ Polchow, ist freiberuflich im Journalismus, der systemischen Beratung, im Projektmanagement und als ehemalige Leistungsportlerin in der Talent- und Karriereberatung tätig.

ALEX Berlin: Polly wie kam es vor drei Jahren zur Gründung des BLNfilmfest?

Sandra „Polly“ Polchow: Das BLNfilmfest ist eine private Initiative. Ich bin damals nach Berlin zurückgekehrt und hatte das Bedürfnis im Kino auch das sehen zu können, was sich auch sonst in meiner Lebenswelt widerspiegelt. Nämlich lesbische Geschichten, lebische Narrative aber auch trans*-non-binäre aus meinem Freundeskreis und auch inter- Geschichten. Ich habe festgestellt, dass wir zwar die Regenbogenhauptstadt sind und auch die Berlinale haben. Dort aber der Anteil an lesbischen oder trans-Geschichten sehr gering ist. Es gibt diese Filme, sie werden gezeigt. Bei queeren Filmfestivals in ganz Deutschland, auf der ganzen Welt, aber nicht in Berlin.

Dann haben wir uns gedacht, dann machen wir das selber. Dann sind wir zu dritt gestartet, die anderen beiden sind aktuell nicht mehr bei uns mit dabei, sind aber noch im Bereich queere Filme unterwegs. Inzwischen sind wir ein bisschen gewachsen und haben gemerkt, dass es eine Resonanz gibt in Berlin. Deshalb machen wir das weiter.

 
Polly im 5-Fragen Interview im September 2020

„Ein Regenschirm, unter dem aber lesbische Sichtweisen […] nicht explizit benannt werden“

Warum bezieht sich euer BLNfilmfest explizit auf lesbische und non-binary Filme und nicht auf die gesamte LGBTQI+ Community?

Wir haben vorher eine kleine Analyse gemacht. Uns ist wichtig gewesen, uns nicht als queeres Festival zu bezeichnen. Wir finden unter dem Begriff des „queeren“ verschwinden die einzelnen Bedürfnisse. Das ist ein Regenschirm, ein Dach, unter dem aber lesbische Sichtweisen, Transidentität, non-binäre Identitätsfindung und auch Inter-Personen nicht explizit mitbenannt werden. Und das Nicht-Bennen und Auslassen dieser Perspektiven führt oft dazu, dass es vergessen wird und nur am Rande stattfindet.

Deshalb wollten wir auch kein reines lesbisches Filmfestival sein, unser Ansatz ist die Community zu stärken. Am Anfang war auch der Gedanke zu sagen, wir programmieren als Filme alles außer schwul. Es gibt den Mongay der Yorck-Kinos, der einmal in der Woche stattfindet, es gibt zusätzlich viele queere Filmfestivals, auch in Berlin, die dort einen Fokus haben und es wird sehr viel stärker in der öffentlichen Wahrnehmung als Narrative erzählt. Es gibt zwar auch schwule Filme, die non-binäre Perspektiven beinhalten – ich will auch gar nicht sagen, dass es ausgeschlossen wird – aber es ist eben nur am Rande.

Das BLNfilmfest im Kulturort Kino

Wieso Kino? Inwiefern kann Kino mehr Sichtbarkeit schaffen in der LB-Community?

Ich bin selbst kinoverliebt. Für mich ist Kino ein Ort, in dem Welten auf mich zukommen, die stärker in mir nachwirken als eine Fernseh- oder Webserie zuhause auf dem Sofa. Kino bietet auch immer die Möglichkeit Geschichten aus der ganzen Welt miteinander in Diskussion zu bringen, die sonst vielleicht nicht sichtbar werden. Dazu gehören auch vor allem Dokumentarfilme, die ich selten mit unserem gesetzten Schwerpunkt sehe. Kino bringt auch die Möglichkeit interkulturell noch stärker in Verbindung zu kommen.

Deswegen ist Kino auch ein Ort, bei dem ich mit meiner Community einen Raum haben möchte, in dem wir uns vernetzen. Kino ist ein Ort der Freizeitgestaltung und des kulturellen Austauschs – schon immer gewesen. Geschichten aus Kino- und Dokumentarfilmen heraus haben eine Kraft, auch eine empowernde Kraft und das ist ein Teil des Ansatzes unseres Filmfestivals. Deshalb würde ich auch sagen wir sind ein filmkulturelles Festival. Es hat darüber auch einen sozialen Aspekt, nämlich den der Sichtbarkeit der Community und der Vernetzung und damit auch einen Bildungsaspekt.

Das Festival findet im Sputnik Kino am Südstern in Kreuzberg statt

Kino schafft ja auch Reichweite. Zum Beispiel habt ihr einen Blockbuster mit Kate Winslet im Programm.

Es gibt Blockbuster, die möglicherweise Reichweite schaffen, es geht aber auch um etwas anderes. Es geht darum, dass lesbisch, trans, non-binäre Geschichten auch in der Filmförderung einen Platz haben und dafür ist die Kinoauswertung wichtig. Das ist ein förderpolitischer Aspekt. Das bedeutet wir könnten mit unserem Filmfest ja auch möglicherweise in ein Bildungszentrum gehen, dann bekommen diese Filme aber keine Kinoauswertung. Deswegen ist uns auch wichtig, dass wir Teil in dieser Auswertungskette, in dieser Förderlandschaft sind. Wir wollen Kino als Ort von Kunst und Kunst- und Filmschaffenden, als diesen Ort wo die Kinofilme auch hingehören, nutzen.

Regenbogenhauptstadt Berlin

Wieso braucht es das BLN-Filmfest in Berlin?

In Berlin gibt es schon die Berlinale mit dem Teddy-Award. Der Teddy liegt international ein, hat ein sehr enges Auswahlkriterium. Der Anteil an lesbisch und non-binären Filmen ist jedoch sehr gering und auch sehr geringe Welt- oder Europapremieren finden hier statt. Es gibt auch noch andere queere Filmfestivals, die aber andere Schwerpunkte haben. Überall bei diesen Filmfestivals, wie bei Achtung Berlin und beim Interfilmfestival finden durchaus lesbische Sichtbarkeiten statt. Bei unserem Festival möchten wir lesbische, non-binäre-, Trans- und Inter-Filme bündeln – und diese Lücke gibt es – und gemeinsam am Wochenende oder an mehreren Tagen im Jahr mit der Community zusammenkommen mit unserem gesetzten Schwerpunkt beim BLNfilmfest. Wir wollen uns auch wirklich als Happening treffen und gemeinsam diese Filme genießen.

Wir arbeiten aber auch eng mit den anderen Filmfestivals zusammen, also wir haben vorher gefragt ist es okay, dass wir kommen. Es gab früher bereits ein lesbisches Filmfest in Berlin, das hat aber 2005 aufgehört, weil die Macher:innen keine Nachfolger:innen gefunden haben oder sich in anderen Dingen beruflich verfestigt haben. Wir knüpfen also an etwas an, das es schonmal gab. Allerdings mit dem Aspekt, lesbisch, non-binär, inter, trans, das wir auf unsere Umsetzungsstrategie schreiben. Das heißt, dass diese Menschen egal welcher Geschlechtlichkeit, welcher Herkunft mitarbeiten können.

Die Resonanz: „toll, dass ihr hier […] einen Ort (für uns) schafft“

Ihr findet nun zum vierten Mal als Filmfest statt, was konntet ihr bisher bewirken?

Wir haben Filme aus der ganzen Welt und inzwischen von jedem Kontinent in der Zeit nach Berlin gebracht. Wir haben verschiedene Berlin-Premieren ausgerichtet, also Filme, die ohne unser Wirken nie hier gelaufen und gezeigt worden wären. Im ersten Jahr waren wir nahezu ausverkauft, im zweiten Jahr komplett ausverkauft, obwohl wir das Programm verdoppelt hatten. Als BLN-Filmfest sind wir jetzt in einem bundesweiten Verbund von queeren Filmfestivals, über den wir auch gefördert werden. Wir haben es leider noch nicht geschafft eine berlinweite Förderung zu bekommen, weil Filmfestival-Förderungen in Berlin sehr umkämpft sind und da arbeiten wir in Zukunft dran. Was wir noch geschafft haben, dass es mehr Menschen gibt, die sich jetzt mit diesen Filmen auseinandersetzen. Über unsere Filmpartnerschaften kommen wir nicht nur in einen Austausch und vernetzen uns, wir unterstützen uns gegenseitig und stellen Projekte in der Community vor.

Wie ist die Resonanz von privaten Gäst:innen?

Wir hören von vielen „toll, dass ihr das macht“ und ich sag dann immer, „du kannst gern mitwirken“ das ist nichts was einen festen Rahmen hat, jede und jeder kann sich bei uns einbringen. Auch wir machen das alle nebenbei, weil wir Freude am Film haben. Resonanz ist auch: „toll, dass ihr hier in der Kinobar in Sputnik einen Ort schafft, an dem wir uns treffen können, an dem wir miteinander ins Gespräch kommen“. Wir machen ja auch Filmtalks, Filmgespräche, das ist ja der Festival-Charakter dahinter, insgesamt erhalten wir ein sehr wohlwollendes Feedback.

Wen sprecht ihr mit dem BLNfilmfest an?

Wir versuchen alle Menschen anzusprechen, die mehr über Diversity, mehr über Trans-, Inter-Lebensperspektiven, -Vielfalten, -Narative erfahren wollen. Völlig egal was die eigene sexuelle Orientierung, die eigene Identität ist. Wir haben einen großen interkulturellen Aspekt, wir zeigen die Filme in Originalsprache mit Untertitel. Außerdem sprechen wir alle an, die bock haben auch mal Filme im Kino zu schauen, die nicht mainstream sind.

Der Bechdel-Test und weitere Kriterien

Nach welchen Kriterien wählt ihr die Filme aus?

Worauf wir besonders achten, ist dass wir Filme auswählen, die einen nicht-heteronormativen Blick haben und einen nicht-männlichen Blick. Wir schauen, wer hat das Drehbuch geschrieben, ist es eine Frau, oder eine trans-, eine queere Person, wer hat den Film gemacht. Auch in Bezug auf die die Dialoge, sind Frauen in selbstbestimmten Hauptrollen? Das ist also der Bechdel-Test, den wir schon mit anlegen. Das heißt bei uns sieht man durchaus Filme, bei denen Männer Regie geführt oder das Drehbuch geschrieben haben, aber dann muss im Hinblick der Geschichte ein starker Fokus auf die im Film vorkommenden Weiblichkeiten sein. Wenn wir die Auswahl haben zwischen einem Film, der einen diverseren Hintergrund hatte und eine hetereonormative Umsetzung, dann fällt die Wahl auf den diversen Film.

Manchmal ist es aber auch eine ökonomische Frage. Die Einnahmen vom Kino-Eintritt decken nicht unsere Unkosten, dafür gibt es die Förderungen. Wir müssen auch schauen was kostet so ein Film im Einkauf? Wenn er keinen deutschen Verleih hat. Und manchmal müssen wir den Film um das ein oder andere Jahr verschieben.

 

Die drei Kritierien des Bechdel-Tests (entwickelt in den USA von Comiczeichnerin Alison Bechdel)
1. Gibt es mindestens zwei Frauenrollen, deren Name erwähnt wird?
2. Sprechen sie miteinander?
3. Sprechen sie über etwas anderes als einen Mann?
Anmerkung: auch ein Film, der den Test besteht kann sexistisch oder klischeehaft sein

Was Filmschaffende besser machen können

Was machen Filmemacher:innen oft falsch bei der Darstellung von lesbischen, non-binären, Trans- und Interperspektiven?

Ich glaube das Problem ist gar nicht, dass etwas falsch gemacht wird, sondern dass zu stereotyp erzählt wird und in Boxen gedacht wird. Inzwischen sind wir hoffentlich in der Zeit angekommen, dass es am Ende kein Drama braucht, dass die lesbische, die schwule Person keine Gewaltform erleiden muss, um im Film vorzukommen. In den 70er/80er Jahren endeten diese Filme oft so. Es muss auch gar nicht eine Geschichte einer lesbischen, non-binären, Trans- oder Interperson im Vordergrund stehen. Sondern es geht darum sie beiläufig, ganz alltäglich mitzuerzählen und in der Storyline miteinzubauen. Das hilft uns allen Stereotype neu zu verstehen und das Denken aus Boxen herauszunehmen, im Mainstream anzukommen. Deswegen geht es auch gar nicht immer darum, dass ein Film explizit lesbisch oder trans gelesen werden muss, sondern darum wie wir Figuren und Rollen in den Geschichten als ganz selbstverständlich mit ihrer ganz persönlichen Wahrnehmung als Mensch darstellen.

Das BLN-Team diesmal ohne Maske in der Sputnik-Kinobar

Im Hinblick auf die derzeit dramatisch ansteigenden Corona-Zahlen – Wieso findet ihr trotzdem statt?

Wir haben uns lange überlegt, ob wir stattfinden können und wollen. Den Dezembertermin haben wir aufgrund unserer Gründungszeit gewählt und konnten uns nicht vorverlegen, weil sehr viele andere Filmfestivals in der Zeit davor waren. Nach langem Überlegen haben wir gesagt, wenn wir stattfinden, dann unter den höchstmöglichen Sicherheitmaßnahmen. Nämlich unter 2G plus tagesaktuellen Test plus Maskenpflicht. Diese Entscheidung haben wir schon getroffen bevor der Senat den Beschluss gefasst hatte.

Dann haben wir gesagt wir finden statt, damit es einen Raum gibt, wo sich die Menschen, die es sich zutrauen treffen können, aber wir finden mit einem reduzierten Programm statt. Das heißt, dass Programm das ihr jetzt am zweiten Adventswochenende sehen konntet ist ein reduziertes. Einige Filme haben wir jetzt gar nicht gezeigt, die zeigen wir dann in 2022 vielleicht im Laufe des Jahres, sie fallen nicht weg. Aber wir haben entschieden wir versuchen Kosten zu reduzieren aber trotzdem stattzufinden.

#ActOut

Wie steht es um die Perspektiven der Lesbian und non-binary-Filmschaffenden?

Seit letztem Jahr gibt es die von der Queer Media Society finanzierte und vom Erich Pommer Institut mitumgesetzte Studie Vielfalt im Film. Diese zeigt eine sehr große Unterrepräsentanz von queeren Rollen, von lesbischen, trans*, schwulen Perspektiven in Filmen auf nationaler Ebene. Außerdem eine noch stärkere Unterrepräsentanz von Personen im Bereich von Produktion, Drehbuch, Regie, Redakteur:innen etc. Das bedeutet wenn wir das verändern wollen braucht es auch eine größere Vielfalt bei den Personen, die über Filme und Entscheidungen welche Filme gefördert werden mitbestimmen. Da sind wir in Deutschland leider noch weit von dem entfernt was wir im internationalen Status schon haben.

In diesem Jahr haben sich 185 Filmschaffende bei der Aktion #ActOut gemeinsam gesagt „wir kommen raus, wir sind queer, wir sind schwul lesbisch trans* und sind als schauspielende Filmschaffende tätig“. Das ist eine sehr wichtige Aktion gewesen. Noch wichtiger ist jetzt nur, dass diese Personen weil sie ja Schauspielende und Filmschaffende sind nicht auf ihre sexuelle Orientierung reduziert werden.

Das zu fordern ist weit weg von der Realität, ist weit weg von dem was lesbische und trans*-queere Filmfestivals wollen. Sondern wir wollen eine Anerkennung in dem Sinne, dass auch mehr Diversität in den Drehbüchern, in den Rollen, in den Besetzungen, auch in den Casts und auch in den Produktionen stattfindet. Weil dann verändert sich der Blick auf den Stoff, verändert sich die Arbeit am Set dann verändert sich auch das Produkt, das hinten herauskommt. Dazu wollen wir mit unserer Arbeit Filme zu zeigen auch mit beitragen.

Ein großer Kuchen

Was ist dein Lieblingsfilm auf dem BLNfilmfest?

Das finde ich total schwierig zu beantworten, weil wir ein Team, ein Gremium sind, das die Filme mit auswählt. Jeder Film, jedes Werk trägt eine Handschriften und je nachdem unter welcher Perspektive ich mir das angucke gefallen mir Sachen daran. Dementsprechend würde ich sagen es ist ein großer Kuchen, an dem mir der Kuchen als ganzes super gut schmeckt und die Kuchenteigmischung und wenn ich eine Zutat davon weglassen oder einen Film davon weglasse dann schmeckt es nicht mehr ganz so gut. Dementsprechend würde ich jeder und jedem empfehlen, wenn ihr Bock habt auf lesbische, non-binäre, trans und Inter-Filme und vielleicht mehr von uns erfahren wollt guckt mal auf unsere Seite was wir so alles im Programm haben. Vielleicht findet ihr ja das ein oder andere Lieblingsstück für euch.

Das Filmprogramm des 4. BLNfilmfest

Verschiedene Genre fanden sich beim diesjährigen BLNfilmfest wieder. Drama, Science-fiction, Dokumentation, Biopic, Tragik-Komödie – die Filme erzählen Geschichten von lesbischen Beziehungen, von Inter- oder Trans*-Perspektiven, von non-binären Sichtweisen.

Der vermutlich reichweitenstärkste Film im Programm ist das Historiendrama Ammonite mit Kate Winslet und Saoirse Ronan in den Hauptrollen. Winslet spielt dabei die ehemals erfolgreiche Paläontologin in der Provinz des Südwestens Englands. Dort nimmt sie gegen ein lukratives Angebot die an Depressionen erkrankte Charlotte (Ronan) bei sich auf. Gegen alle Konventionen des 19. Jahrhunderts eintwickeln die beiden Frauen eine leidenschaftliche Beziehung zueinander. Der Film lehnt sich an die Biografie der britischen Fossiliensammlerin Mary Anning an, die Beziehung zu Charlotte ist jedoch fiktiv.

Filmplakat des Films Ammonite beim 4. BLNfilmfest

Ein zeitgenössisches Biopic erzählt ebenfalls von einer lesbischen Beziehung – es geht aber noch um viel mehr, nämlich mentale Gesundheit, beziehungsweise die psychische Krankheit Borderline. Das ist auch der Titel des Films. Auf künstlerische Art und Weise, sowohl im Aufbau der Handlung als auch in der Kameraführung und Schnittsetzung erzählt die Drehbuchautorin, Regisseurin und Hauptdarstellerin Anna Alfieri von ihrer ersten großen Liebe. Mitreißend, lebensnah und emotional, mit der Kamera jederzeit ganz nah dabei, begleiten die Zuschauenden Anna durch ihre leidenschaftliche Liebesbeziehung zu ihrer Freundin Robyn. Im Wechsel von Hingabe und Rückzug versucht Anna gegen ihr Borderline anzukämpfen, das sich immer wieder zwischen die beiden stellen soll.

Weitere Infos zum Berlin Lesbian Non Binary Filmfest findet ihr unter blnfilmfest.org.

Bilder und Interview: Cora Schäfer

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