Nur gab es Offene Kanäle schon viel früher.
Die Geburtsstunde des ersten Offenen Kanals war bereits vor über 23 Jahren: Am 1. Januar 1984 ging der Offene Kanal in Ludwigshafen auf Sendung. Bereits kurz darauf, im August 1985, folgte neben dem Offenen Kanal Dortmund auch der Offene Kanal Berlin.
Was ist danach passiert? Ein kleiner Rückblick über mehr als 20 Jahre Offener Kanal Berlin.
28. August 1985:
Mit Sitz auf dem ehemaligen AEG-Werksgelände im Bezirk Wedding nimmt der Offene Kanal Berlin, pünktlich zu Beginn des Kabelpilotprojektes, mit einer Fernsehsendung des Vereins "Berliner Bürgergemeinschaft e.V." den Sendebetrieb auf.
Zunächst sendet er in einem Zeitfenster im Mischkanal. Der Kabelrat hatte zu diesem Zeitpunkt zwei Vereine mit unterschiedlichen Nutzungsordnungen per Beschluss zugelassen: "Berliner Bürgergemeinschaft e.V." und "Offener Kanal e.V."
14. Oktober 1985:
Der Kabelrat bestätigt die Nutzungsordnungen zweier weiterer Vereine. Daraufhin wird die Verteilung der Sendezeit und der Produktionskapazitäten zwischen vier Vereinen aufgeteilt, deren Nutzungsordnungen den Zugang zum Offenen Kanal in ganz unterschiedlicher Weise regeln, was für die Organisation des Offenen Kanals teilweise kuriose Auswirkungen hat.
1. November 1985:
Der Offene Kanal Berlin erhält einen ungeteilten Hörfunkkanal auf UKW 92,8 MHz
Der Offene Kanal Berlin erhält einen ungeteilten Fernsehkanal, den Sonderkanal 8.
März 1986:
Der Kabelrat beschließt die "Grundsätze für die Gewährleistung einer chancengleichen Nutzung der Offenen Kanäle", die für die Nutzungsordnungen aller Anbieter eines Offenen Kanals gelten.
Die Ministerpräsidenten der Bundesländer beschließen nach erfolgreichem Abschluss der ersten 3-jährigen Erprobungsphase eines Offenen Kanals, dass Offene Kanäle dort, wo sie durch entsprechende Landesgesetze geregelt sind, durch einen kleinen Anteil aus den Rundfunkgebühren gefördert werden können. Nach der Experimentierphase wird der Offene Kanal Berlin direkt an die Landesmedienanstalt angegliedert.
In Berlin ist der Offene Kanal eine Einrichtung der öffentlich-rechtlichen Landesmedienanstalt, der "Medienanstalt Berlin-Brandenburg" (mabb) - vormals die "Anstalt für Kabelkommunikation" (ANKA) - und wird aus dessen Etat voll finanziert. Die Trägerschaft des Offenen Kanal Berlin durch Vereine endet.
November 1987
Jürgen Linke, bisher beim Senat für kulturelle Angelegenheiten tätig, wird zum Leiter des Offenen Kanal Berlin berufen.
In einer Mitteilung gibt der Landespressedienst aus dem Abgeordnetenhaus u.a. bekannt, dass der Offene Kanal 1988 täglich durchschnittlich 4,17 Stunden Fernsehen und 6,40 Stunden Hörfunk sendet.
25.August - 3. September:
Der OKB ist auf der IFA mit einem vollständigen Fernseh- und einem Hörfunkstudio vertreten.
Der Offene Kanal führt die Projektbetreuung als ein Serviceangebot für die Nutzerbetreuung ein. Diese Maßnahme soll eine Kontinuität in der Betreuung einzelner Projekte gewährleisten.
28. August 1990:
Der Offene Kanal feiert sein fünfjähriges Bestehen. Die Feier mit einer großen Freiluftbühne auf dem Hof vor dem Offenen Kanal und einem abschließenden Feuerwerk wird zu einem internationalen Kulturfest.
Der Offene Kanal überträgt erstmals eine Sendung per gemietetem Übertragungswagen, nämlich die Abschlussveranstaltung der "20. Studententage für Film und Fernsehen" aus dem Kino Babylon in Berlin-Mitte.
Der Kabelrat beschließt förmlich, dass die deutsche Bundespost Telekom im Berliner Breitbandkabelnetz je einen Fernseh- und einen Hörfunkkanal unentgeltlich für die Nutzung als Offener Kanal zur Verfügung stellen muss.
Der Offene Kanal nimmt mit einem kleinen Festakt seine Außenstelle im FEZ in Betrieb.
Auf einer Tagung zum Thema "10 Jahre Offene Kanäle in Deutschland" in Düsseldorf, fasste Wolfgang Clement, Minister für Wirtschaft und Medien in Nordrhein-Westfalen, die gesellschaftspolitische Bedeutung Offener Kanäle für die Entwicklung und Entfaltung von Medienkompetenz und damit von Demokratiekompetenz wie folgt zusammen:
"Die Idee des Offenen Kanals hat sich durchgesetzt. Die Rundfunkteilnehmer sind damit erstmals nicht nur Objekt, sondern Subjekt einer publizistischen Innovation; sie sind im doppelten Sinn Teilnehmer an der lokalen Rundfunköffentlichkeit: initiativ und reaktiv, als Produzenten und Rezipienten, Darsteller und Publikum. Aus der Einbahnstraße der Rundfunkkommunikation ist, bisher jedenfalls ansatzweise, eine Zweibahnstraße geworden. Es lohnt deshalb, sich für den Fortbestand und die Fortentwicklung der Offenen Kanäle einzusetzen. (...) Die Offenen Kanäle sind mehr als eine von gewogenen Politikern gesäte Medienspielwiese. Sie leisten einen nicht zu verachtenden Beitrag zur Vermittlung von Medienkompetenz. Medienkompetenz ist immer auch Demokratiekompetenz: Ohne den souveränen Umgang mit neuen und alten Medien gelernt zu haben, ist eine Teilhabe am Prozess der Meinungsbildung in der Informationsgesellschaft von heute kaum mehr möglich. (...)
Gerade für das Verständnis und die Nutzung der klassischen Medien leisten die Offenen Kanäle bereits heute wichtige Aufklärungs- und Vermittlungsarbeit."
Das Studio "Antenne" in der Friedrichstraße nimmt seinen Sendebetrieb auf. Die Sendezeit montags von 18:00 bis 22:00 Uhr wird von "Antenne" gefüllt.
14. Februar 1997:
Der Offene Kanal beteiligt sich an einer Europa übergreifenden Hörfunk Kampagne "Play safe in Europe" (Radio against AIDS) und veranstaltet einen Hörfunk-Thementag.
21. April 1997:
Das G3-Schülerradio sendet eine Woche lang nachts im Offenen Kanal Berlin.
Zweites Halbjahr 1997:
Geplant ist eine Sendeschiene "Jugend & Schule" mit einer täglichen Sendezeit zwischen 13:00 bis 14:00 Uhr und 18:00 und 19:00 Uhr.
Das von der EU geförderte Radioprojekt "B!ZNESS" berichtet mittwochs zwischen 15:30 und 16:00 Uhr über lokale Projekte aus dem gemeinnützigen "dritten Sektor" - Non-Profit-Unternehmen, Bürgerinitiativen, Wohlfahrtsverbände u.ä. - Dieses Projekt versteht sich als Informationsquelle für Existenzgründer.
5. bis 7. Februar 1999:
Der Offene Kanal überträgt im Hörfunk und im Fernsehen, jeweils 00:00 bis 16:00 Uhr, "1000 Plateaus - Karten für das nächste Jahrtausend", ein Projekt der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz
12./13. März 1999:
Im Offenen Kanal findet die GMK-Fachtagung "Neue Chancen für die produktive Medienarbeit" statt
21. März 1999:
Der Offene Kanal strahlt das von der AMARC zum Internationalen Tag gegen Rassismus produzierte und weltweit verbreitete Programm "Radio Voix Sans Frontières" aus.
30. April bis 8. Mai 1999:
Der Offene Kanal unterstützt das "XIV. Black International Cinema ‘99 Berlin/Cottbus". Die Filmvorführungen, Vorträge, Musik-, Tanz- und Theateraufführungen werden drei Stunden täglich im Offenen Kanal gesendet.
16. Juni 2000:
Die Abschaffungsdiskussion ist beendet mit der Antwort der Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport auf die Kleine Anfrage 517 vom 25. April 2000 "Die Rolle des Offenen Kanals Berlin bei der Entwicklung der Medienkompetenz".
Der Offene Kanal veranstaltet anlässlich des internationalen Tages der Rassendiskriminierung einen Hörfunk Thementag.
23. März 2001:
Der Medienrat stimmt der Einführung der Sendeschiene "Religion, Esoterik und Spiritualität" zu. Sendungen mit diesen Inhalten werden künftig samstags und sonntags zwischen 13:00 und 17:00 Uhr ausgestrahlt.
6. April 2001:
Der Offene Kanal zeichnet die erste Veranstaltung für das Format "Offener Kanal vor Ort" auf. Es handelt sich dabei um eine Fachtagung der Friedrich-Ebert-Stiftung mit dem Titel "Internet Governance". Diese Sendung wird am 7. und 8. April 2001 im Offenen Kanal gesendet. Das neue Sendeformat befindet sich bis Februar 2002 in der Erprobungsphase.
23. April 2001:
Der Förderverein Offener Kanal veranstaltet zum Thema "40 Jahre Türken in Berlin" einen Wettbewerb für Schüler und Jugendliche im Offenen Kanal Berlin. Die Ausländerbeauftragte stiftet einen mit 1.500 DM dotierten Sonderpreis für die Verwirklichung der unterhaltsamsten Fernseh-Idee.
Das Ausbildungsradio "Radio Mitte" geht auf Sendung mit den Sendezeiten mittwochs, donnerstags, freitags von 21:00 Uhr bis 00:00 Uhr. Künftige Hörfunknutzer müssen grundsätzlich am Radiobasiskurs teilnehmen.
6. Februar 2002:
Der Offene Kanal überträgt die Eröffnung der diesjährigen Berlinale und am 17 Februar 2002 die Preisverleihung.
28. bis 12.April 2002:
Das Hörfunkstudio wird neugestaltet. Neue Technik und ein neues Pult ermöglichen den Radiomachern des Offenen Kanal verbesserte Produktions- und Sendeformate. Durch die Umbauten wird eine verbesserte Akustik gesichert. Der Raum insgesamt gewinnt durch umfassende dekorative Maßnahmen eine attraktivere Erscheinung.
5. bis 8. August 2002:
Das Deutsch-Russische Forum veranstaltet für neunzehn russische Nachwuchs-Journalisten eine Weiterbildung. In Kooperation mit dem Offenen Kanal produzieren die jungen Frauen und Männer ihre erste sechzigminütige Fernsehsendung, die am 30. August 02 live aus dem Fernsehstudio des Offenen Kanals Berlin gesendet wird.
10. August 2002:
Der Offene Kanal nimmt am Medientag der "Schaustelle" teil und veranstaltet einen Tag der Offenen Tür.
13. Dezember 2002 bis 30. März 2003:
Der Offene Kanal strahlt im Rahmen der Ausstellung "Fernsehen macht glücklich" die interaktive Internet Fernsehsendung TV Digital: remote tv aus.
Der Offene Kanal sendet täglich ab 22:00 Uhr Ereignisfernsehen. Das zunächst als Erprobung gedachte Angebot an unterschiedliche Institutionen, nämlich deren Veranstaltungen aufzuzeichnen und auf einem festen Sendeplatz in voller Länge zu senden, stieß bei Veranstaltern und Fernsehpublikum auf eine derart positive Resonanz, dass der Offene Kanal einen Reportagewagen in Betrieb nahm.
14. September 2003:
Der Offene Kanal hat ein Zeitfenster auf der Antennenfrequenz 97,2 MHz und startet sein terrestrisches Hörfunkprogramm mit einer Sondersendung. Von diesem Tag an werden Hörfunksendungen, (die in den Zeiten montags bis donnerstags zwischen 16:00 und 23:00 Uhr, freitags zwischen 16:00 und 20:00 Uhr und samstags und sonntags zwischen 13:00 und 20:00 Uhr ausgestrahlt werden,) auch terrestrisch ausgestrahlt.
Ende 2003:
Der Offene Kanal Berlin sendet sein Hörfunkprogramm auf einem stabilen und qualitativ soliden Livestream über seine Domain im Internet.
Die Reform des Offenen Kanal Berlin wurde 2007 von der Medienanstalt eingeleitet und beruht auf Beschlüssen des Medienrates der MABB, die die Unterstützung des Abgeordnetenhauses Berlin gefunden haben. Das Abgeordnetenhaus Berlin beschloss am 14. Februar 2008: „Der Offene Kanal Berlin ist zu reformieren, um sicherzustellen, dass er seine Kernfunktionen einer regionalen Plattform, die allen gesellschaftlichen Kräften und Gruppen die Möglichkeit zur Partizipation im Rundfunk bietet, angemessen ausfüllt.“
Seit Februar 2008 hat der Offene Kanal Berlin einen neuen Leiter. Volker Bach zeigt sich nun in leitender Position für den Offenen Kanal verantwortlich.
27. Mai 2009:
Am 27. Mai 2009 um 18 Uhr startet der Offene Kanal Berlin unter seinem neuen Namen „ALEX“ im Radio, Fernsehen und Internet mit neuem Aussehen, neuen Inhalten und neuen Möglichkeiten. Aus dem guten, alten OKB wird „ALEX – Offener Kanal Berlin“. ALEX ist dabei der neue Markenname für die trimediale Bürgermedienplattform der Region Berlin-Brandenburg, die allen offen steht.
Im Zuge der visuellen Neugestaltung wurde auch der Internetauftritt von ALEX überarbeitet, ein neues On-Air-Design entwickelt und eine neue Programmstruktur eingeführt.
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